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Zwangszeuge
Zwei Tage überfällig, immer noch tierisch wichtig: Heinrich ist tot. Der Baum in meinem Innenhof wurde in einer Nacht und Nebelaktion enthauptet und gevierteilt - vorher wurden ihm behutsam alle Äste gebrochen. Und ich denk noch während des Halbschlafes um 10 Uhr: "Meine Güte, die Leute von der Strassenreinigung brauchen aber lange heute". Denkste, die Kettensäge war dann doch etwas nerviger. Den Schreck den Tätern auf Stockwerk Drei Aug in Aug sehen zu können überwunden war ich kurz versucht irgendetwas peinliches zu tun. Total unfällig Fenster öffnen und beschissene Musik hören. Oder ein Kissen auf die Fensterbank zu legen und sie anzustarren. Nur um zu schauen wie lange meine Lachreaktion derzeit ist. Ich habe es dann doch gelassen, vom Bett aus ein Foto durch die Vorhanglücke gemacht, mir ein schwarzes T-Shirt aus dem Schrank genommen und gespickt, wann die Kettensäger endlich mal Mittagspause machen. Im Übrigen: Heinrich heisst erst Heinrich, seit dem er tot ist. Wahrer Wert wurde erneut zu spät erkannt. Armer Heinrich. Und weil dieses Bild viel zu lang ist, kommt hier halt nich eine Füllzeile hin. Oder zwei. Ähäm. Entschuldigung.
Mein neuer Tagesplan greift, zu festen Zeiten wird aus meinem Couch- ein Schreibtisch, Ausreden werden nicht geduldet. Auch "ich müsste noch was bloggen" steht auf der "Kannste vergessen"-Liste. Tut mir leid, ich muss mit mir in dieses Gericht, ansonsten wird das alles nichts. Höchstens Linsengericht. Die werte Leserschaft darf also leiden, überbrückend spielt der wissende Konsument mit den aktualisierten Archiv-Links ganz weit unten.
Bis zur nächsten Meldung aus der Hölle der gequälten Selbstdisziplin, Ihr Karl Orin.
- pepperweb: Tag des dümmsten Gesichts -
[23.3.05 | ]
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